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Ein wahres Märchen von Marieta Hiller

Vor langer langer Zeit, als das Märchenerzählen noch in Mode war, da gab es zwei Brüder: Jakob und Wilhelm Grimm, und sie lebten im Laufe ihres Lebens an vielen Orten.
Es kam aber einmal die Zeit, da entbrannte ein Wettstreit unter diesen Orten, wer denn wohl die wahre Heimat der Brüder gewesen sei: war es Hanau, Gelnhausen, Steinau, Kassel, Marburg, Göttingen oder Berlin?
Und so traf man sich gern an neutralem Ort: zu Reichelsheim, mittendrin im tiefen Odenwald, als die Blätter fielen, und auch der erste Schnee.
Märchen hörten wir dort, erzählte Märchen und wahre Märchen, von Erzählerinnen und aus der Wissenschaft.
Reichelsheim ist der verwunschene aber sehr lebendige Ort, an dem alljährlich am letzten Wochenende des Oktober die Reichelsheimer Märchen- und Sagentage mit Wildweibchen-Preisverleihung stattfinden.
Die lange Nacht der Märchen
König Jochen eröffnet am Freitag 26.10.12 die lange Nacht der Märchen und ahnt noch nicht, was am Sonntag auf ihn zukommen wird...
Jakob und Wilhelm Grimm in Reichelsheim...

Der wortgetreue Jakob, der seinen auf die Verfassung geschworenen Eid nicht brechen konnte - denkt nur an Rumpelstilzchen: Vertrag ist Vertrag! und lieber in die Verbannung ging; und der träumerische Wilhelm, der mehr dem Erzählerischen zugeneigt war als dem Wort-Katalogisieren.
Ein Bild der Brüder entsteht, das - die Stapel sind schon gerichtet - durch Nach- und Wiederlesen ergänzt werden muß; der Winter ist lang, und die märchenhafte Buchhandlung von Ellen Schmid - ja es gibt sie noch: eine echte aus Liebhaberei und mit Literaturverstand geführte Inhaber-Buchhandlung, doch nicht ganz ohne Internet - versorgt mich mit bedruckten Seiten übervoll. Ihr könnt eure Bücher durchaus im Internet bestellen: aber dann tut es bei ihr!
Erzähler und Forscher heute

- Andreas Venzke

- Carola Graf

- Heiner Boehncke

- Michaele Scherenberg

- Regine Haas-Sauer
Wer waren die Frauen hinter den Grimms?

- Das Rübenziehen
Lang vergangen sind meine Zeiten im Germanistikbetrieb, doch möchte ich alljährlich nach den Reichelsheimer Märchentagen wieder dran. War mir einst die Butter auf dem Brot notwendiger erschienen als Druckerschwärze auf knisternden Seiten, so werden ruhigere Zeiten kommen, da bin ich sicher. Die Frauen insbesondere, die Viehmännin, die „Marie“ und die erwürfelte Gattin - sie beschäftigen mich, und eine Geschichte der Grimms aus ihrer Sicht ist überfällig.
Was war Jakobs Problem?
Noch ein Gedanke zu Jakob, dem Wortgetreuen: aus dem Vortrag von Andreas Venzke entsteht ein Bild vor meinen Augen. Pedantisch, detailverliebt, unpolitisch und bindungsarm (außer an den Bruder Wilhelm und die geliebte Schwester), jeder Unordnung abhold - sei es die in seinen Zetteln oder der geforderte Bruch eines geleisteten Eides (den er nicht gebrochen hat), dafür sorgsam planend und organisierend: das wirkt auf mich wie jene Erscheinung, die man landläufig als Asperger-Syndrom bezeichnet. Doch will ich nichts behaupten, das wollen wir doch der Forschung überlassen...
Schmökern im Winter...

- Die Blätter fielen, der Schnee tat es auch
Und so nehme ich meine Bücherstapel, Dank sei Ellen Schmid, und verkrieche mich auf die Ofenbank ans knisternde Feuerchen (das ich nicht habe, denn wir wohnen mit elektronikgesteuerter Zentralheizung, automatischen Rolläden, Energiesparlampen und AAA-Kühlschrank...)
Doch kaum steckt meine Nase drin, tief drin in den Büchern - da ist all die moderne Technik vergessen, die mich umgibt. Ich bin zu Gast bei den Grimms - sei es im Berliner Tiergarten, an der Universität zu Göttingen, beim Zettelsortieren in Kassel oder Marburg oder in der Kinderstube zu Hanau, Gelnhausen, Steinau. Apropos Steinau: dort feiert man am 20. Dezember 2012. Es ist ein bißchen schwer zu finden, fast muß man schon Märchenforscher sein: begebt euch im WeltWichtelWissen nach Steinau, schaut dort unter Tourismus / Touristinfo / Sehenswürdigkeiten / Führer durch die Ausstellung im Brüder Grimm-Haus Steinau! So werdet ihr fündig werden, und wer weiß - vielleicht sieht man sich dort wieder....
Ritter Jochen vom Birkenhag
Eine Überraschung gelang der Freyen Ritterschaft Odenwald mit dem Ritterschlag Jochens vom Birkenhag (bürgerlich Jochen Rietdorf), der sich 11 lange Jahre bei den Märchen- und Sagentagen Reichelsheim seine Sporen redlich verdient hat.

- Hört, hört!

- Die Freye Ritterschaft in Aktion

- Fanfarenstoß

- und Dudelsack

- Einzug ins Ritterlager

- zur amtlichen Tat

- Die Spielleut stehn parat

- Altbürgermeister Gerd Lode

- und Konrad Schenk zu Erbach

- Auf zur Einkleidung

- Die Einkleidung ist geheim

- Sitzt der Fummel?

- Sitzt noch nicht so recht...

- Sitzt immer noch nicht...

- Seid ihr sicher, daß es so gehn wird?

- Aber ja doch, zur Not...

- Dann kann es ja weitergehen!

- Jetzt: der Ritterschlag

- Und die Urkunde...

- Eitel Freude in der Freyen Ritterschaft Odenwald
Wir sehen uns wieder am 21. Juni!

Wer an dieser Stelle noch nicht müde ist der Märchen, dem sei gesagt, daß es am 21. Juni 2013 durch den tiefen Wald hinauf ins Reich der Steine geht -
sieben Märchenerzählerinnen und Märchenerzähler sind dort versteckt, und überall gibt es etwas zu erleben! Wenn die Nacht herabsinkt, beginnen die Kandsfinkelchen zu glimmen - Romantik pur!
Eine Märchen-Erlebnistour mit Michaele Scherenberg, Dorisa Winkenbach, Ima Krüger, Maria Schiffner, Jürgen Flügge, Felsenmeerhexe Urisula und - wer sonst: Kobold Kieselbart natürlich...
Anmeldung jetzt schon möglich, auch als Geschenk: Teilnahme 20 Euro!
Weitere Details: schaut im Koboldkalender unter dem 21. Juni 2013 nach.
Wir kümmern uns gern auch um Unterkunft für euch!




